Kein starres Rezept: Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach Bodenanalyse, Klima, Ausgangszustand und Projektziel. Die auf La Gomera verwendete Zusammensetzung dient als Referenzerfahrung, nicht als allgemeingültige Mischung.
Phase 1 – Grundpräparation
Zu Beginn werden die Voraussetzungen für Keimung, Durchwurzelung und biologischen Aufbau geschaffen.
Kompostierung: Aufbau eines aeroben Heißkomposts nach dem Berkeley-Verfahren. Vegetation: Geschädigte Bestände werden entfernt, wertvolle standorttypische Pflanzen erhalten; organisches Material bleibt im Kreislauf. Bodenlockerung: Verdichtete Böden werden bei Bedarf mechanisch mit einer motorisierten Bodenfräse gelockert. Trägermaterialien: Mineralische und organische Komponenten werden anhand des Standorts ausgewählt und eingearbeitet.
Phase 2 – Vegetationszyklen
Der wiederholbare Kern besteht aus Aussaat, Wachstum, Schnitt und Einarbeitung.
Mehrere saisonal angepasste Aussaaten erzeugen Biomasse, fördern Durchwurzelung und aktivieren das Bodenleben. Ein Sommerbestand kann als lebende Schutzdecke stehen bleiben. Mit fortschreitender Entwicklung werden Sträucher und Bäume integriert.
Phase 3 – Gezielte Pflanzenauswahl
Pflanzen werden nach Funktionen und Wechselwirkungen ausgewählt.
Stickstofffixierer unterstützen den natürlichen Stickstoffkreislauf. Biomassebildner liefern organisches Material. Tiefwurzler erschließen verdichtete Schichten, verbessern Porenräume und fördern den Wasserhaushalt. Die konkrete Mischung bleibt standortspezifisch.
Phase 4 – Mikrobielle Inokulation
Die Entwicklung des Bodenlebens wird gezielt angestoßen und begleitet.
Pilze, aerobe Bakterien, einzellige Organismen, Nematoden und Regenwürmer werden – abhängig vom Standort und der fachlichen Prüfung – eingebracht. Ziel ist nicht eine dauerhafte künstliche Versorgung, sondern die Etablierung eines aktiven, zunehmend selbstregulierenden Bodenökosystems.
Phase 5 – Integration von Tieren und Menschen
Erst ein stabilisiertes System wird um weitere trophische Ebenen und dauerhafte Nutzung ergänzt.
Wildtiere und Vögel gelten als wichtige Zeichen ökologischer Entwicklung. Bestäuber, standortgeeignete Weidetiere, Fruchtgehölze und weitere Nutzpflanzen werden so integriert, dass die Tragfähigkeit des Systems gewahrt bleibt. Der Mensch handelt als Initiator, Beobachter und verantwortlicher Teil des Kreislaufs.
Warum der Prozess funktioniert
Jeder Zyklus baut auf dem vorherigen auf: Biomasse, Wurzeln, mineralische Oberflächen und mikrobielle Stoffwechselprodukte entwickeln gemeinsam eine organisch-mineralische Matrix. Dadurch können Bodenstruktur, Nährstoffdynamik, Wasserspeicherung und biologische Aktivität langfristig zunehmen.
Die RED Methode wird wissenschaftlich dokumentiert, überprüft und weiterentwickelt. Beobachtungen aus der Praxis werden nicht als allgemeingültiger Beweis behandelt, sondern als Ausgangspunkt für Monitoring und Forschung.